2002: Einsatz A33

Einsatz auf der A33 - Angefahrener Fussgänger verschwunden

Zeitungsbericht:

Unfallopfer verschwunden: Wie vom Erdboden verschluckt
Spuk auf der A 33: Was geschah nahe Moosheide?

Von Karl Pickhardt

 

H ö v e l h o f (WV). Was geschah in der Nacht zum gestrigen Freitag auf der Autobahn 33 bei Hövelhof? Ein Lastwagenfahrer hat einen Menschen angefahren und möglicherweise lebensgefährlich verletzt, aber das Opfer ist - wie vom Erdboden verschluckt - spurlos verschwunden. Hubschrauber, Rettungshunde sowie Polizei- und Feuerwehrkräfte suchen fieberhaft das gesamte Gelände ab. Vergebens. Auch in den Krankenhäusern der Region verläuft die Fahndung ergebnislos.

Der Spuk beginnt um Mitternacht, als ein 27-jähriger Lastwagenfahrer aus Bad Orb am Parkplatz Moosheide im Scheinwerferkegel einen Mann sieht und auf der rechten Spur anfährt. Nach 200 Metern bringt der Lkw-Fahrer sein Gefährt zum Stehen und eilt zurück. Unglaublich: Der Mann ist verschwunden. Am Boden liegen ein Rucksack und Glasscherben.

Wir gehen davon aus, dass das Unfallopfer lebensgefährlich verletzt ist«, fürchtet der Hövelhofer Wehrführer Peter Kesselmeier (35). Aber wo ist der Mann?
Noch in der Nacht rücken 30 Feuerwehrleute, DRK, Johanniter und Rettungshundestaffeln an. Die Polizeistaffel Dortmund setzt einen Hubschrauber mit Nachtsichtgerät ein. 90 Menschen und neun Hunde durchkämmen das gesamte Gebiet in einem Radius von 1,5 Kilometern. Keine Spur von dem Unfallopfer.

Auch am Freitag läuft die Suche wieder mit Hubschrauberunterstützung bei Tageslicht weiter. Nichts, absolut nichts zu finden. Wehrführer Kesselmeier ist sicher, dass der schwer verletzte Mann von einem anderen Fahrzeug aufgenommen und aus irgendeinem Grunde schnell abtransportiert wurde: »Die Wärmekamera hätte ihn sonst entdeckt«.

Sollte der Mann, der bei dem Unfall die Fahrbahn wechselte, etwa gar nicht gefunden werden? Die Polizei steht vor einem Rätsel. Im Rucksack werden Waschzeug, Rasierer, Unterwäsche und Hemden, aber keine Ausweispapiere gefunden. Alles bleibt mysteriös und im Nebel: Nirgendwo wird ein Mensch vermisst, kein Krankenhaus im Raum Paderborn, Gütersloh und Bielefeld hat in dieser Nacht einen Verletzten behandelt oder aufgenommen. Zurück bleiben nur ein Rucksack sowie eine ratlose Polizei. »So etwas habe ich noch nie erlebt«, schüttelt ein Polizeibeamter der Autobahnwache Schloß Holte-Stukenbrock den Kopf. Die Ermittlungen dauern an.

© Text: Westfälisches Volksblatt