19.10.2013 Freiverweiser-Basisseminar

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Freiverweiser-Basisseminar in Oberhausen (Hessen) am 19.10.2013

Der Freiverweis als Anzeigeform ist wohl die älteste, in den deutschsprachigen Ländern aber sicherlich die unbekannteste Methode, mit der ein Rettungshund seinen Fund meldet. In den angelsächsischen Ländern rund um den Erdball ist der Freiverweis hingegen die gängige Anzeige in der Flächensuche. Diese Anzeigeform kommt der Natur der meisten Hunde sehr entgegen und dementsprechend wird sie schnell erlernt; für den Flächensuchhund stellt der Freiverweis eine echte Alternative zum Verbellen dar, ohne den Hund mit einer zu umfangreichen Handlungskette zu belasten.

 

Das Seminar, unter der Leitung von Daniela Neika soll in der Form dazu dienen, sich neue Ideen zu holen und auf die eigenen Bedürfnisse und Einzelfälle umzusetzen. Dabei gelten ihre Methoden nicht als allein selig machend dar – sondern es wird vielmehr das Motto verfolgt: „Wenn Ihr Euch ein paar Rosinen raus-picken könnt, ist der Zweck dieses Seminars erfüllt“.

Der Ausgangspunkt für die Anmeldung bei dem Seminar war ein Anzeigenproblem beim 2,5 Jahre alten Rhodesian Ridgeback „Burhani“, der als Freiverweiser in der Johanniter-Rettungshundestaffel Paderborn e.V. ausgebildet wird. Das Problem stellte sich insofern dar, das Burhani nur eine Anzeige in Form von Bellen machte, wenn seine Hundeführerin stillstand. Sobald sie sich in Bewegung setzte oder sich von ihm entfernte, erfolgte seitens Burhani keine Anzeige mehr.

Nach einer herzlichen Begrüßung am Samstagmorgen gab es zur Stärkung ein deftiges Frühstück. Das Seminar begann gegen 8.30 Uhr mit einer Vorstellungrunde der Teilnehmer. Anschließend ging es zunächst an die theoretischen Aspekte des Freiverweises und das eigentliche Ausbildungskonzept. Hier hatten die Seminarteilnehmer die Möglichkeit ihre individuellen Fragen zu stellen.

Gegen 11.00 Uhr erfolgte die Fahrt ins Gelände. Im ersten Schritt  ging es um den Aufbau einer offenen Suche in den einzelnen Teilschritten als „Trockenübung“. Die einzelnen Seminarteilnehmer übernahmen hierbei die Rollen des Hundeführers, des Hundes und des Opfers. Es gab selbstverständlich ein „Leckerli“ in Form von Schokolade:o).

Im zweiten Schritt sollten nun auch die Hunde zum Einsatz kommen. Bevor die einzelnen Teilnehmerteams an den Start gingen, stellten die Hundeführer ihren Hund und ihren Ausbildungsstand kurz vor.  Die offenen Suchen wurden in Abhängigkeit des jeweiligen Ausbildungsstandes der einzelnen Hunde durchgeführt. Hierfür wurden ebenfalls die Opfer individuell eingewiesen. Nach jedem Durchgang erfolgte zunächst eine Reflexion durch die anderen Teilnehmer. Dies sollte die Wahrnehmung und den Blick fürs Wesentliche jedes einzelnen Seminarteilnehmers schulen. Abschließend gab die Seminarleitung, Daniela Neika, ihre fachliche Meinung zu jedem Teilnehmerteams ab.      

An dieser Stelle sollte nochmals das überaus schmackhafte Mittagessen erwähnt werden.

Vielen Dank nochmal dafür!

Nachmittags erfolgte eine weitere praktische Einheit im Gelände. Hierfür wurden die Teilnehmerteams zunächst in zwei Gruppen unterteilt. Hierdurch sollte nochmals auf die individuellen Problemstellungen aus der ersten Einheit eingegangen werden und versucht werden, die neu gewonnen Lösungsansätze umzusetzen.

Im konkreten Fall von Burhani bestätigte sich in der praktischen Einheit die Erkenntnis seiner Hundeführerin. Diese konnte bereits im theoretischen Teil des Seminars für sich klar herausstellen, dass das Anzeigenproblem wohl daraus resultierte, dass sie das Kommando „Gib Laut!“ mit Burhani bisher nur im „Sitz“ oder „Steh“ geübt hatte. Hier bei befand sich der Hund in ihrer unmittelbaren Nähe, während sie stand. Sofern sie sich nun während einer Suche bewegte, ergab sich für Burhani ein völlig anderer Kontext und es ergab sich für ihn nicht die Notwendigkeit „Laut“ zu geben und somit eine Anzeige zu machen. Als Lösungsansatz für Burhanis Anzeigenproblem gilt es nun das Kommando „Gib Laut“ im Gehen, auf Entfernung sowie während anderen Übungen durchzuführen. 

Im Anschluss an die zweite praktische Einheit erfolgte eine Abschlussbesprechung im Plenum. Nach dem gemeinsamen Abendessen machten sich die Seminarteilnehmer auf die Heimreise, den Kopf voll mit vielen positiven Eindrücken und neuen Erkenntnissen.

Alles in allem war die gesamte Umsetzung, die individuelle Betreuung sowie die Verpflegung während des Seminars sehr gut. Es ergaben sich oftmals Möglichkeiten für einen Erfahrungsaustausch, sowohl mit anderen Teilnehmern wie auch persönlich mit der Seminarleitung.

An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass der Reinerlös dieses Seminars dem Aufbau der Rettungshundearbeit in Nepal zu Gute kommt. Daniela Neika ist 1. Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins "Rettungshunde für Nepal e.V.". Dieser unterstützt die Rettungshundearbeit in Nepal. Dort gibt es bisher nur eine Rettungshundestaffel, die sich nach dem Bürgerkrieg seit  2008 langsam wieder aufbaut und nun gerade als SAR DOGS NEPAL (Search and Rescue Dog Handlers Academy) neu formiert hat.