18.-19.10.2003: Ausbilderseminar

Konfliktseminar mit Thomas Baumann am 18. - 19.10.2003

Wieder einmal erwartete uns ein interessantes Seminar bei Thomas Baumann in Helbigsdorf, bei Dresden. Um 4.00 Uhr morgens trafen Martina und ich uns, um die mehrstündige Fahrt anzutreten. Mit im Gepäck hatten wir Martina's Kuvasz Arthus und meinen Malinois-Herder-Mix Tabea.

In Helbigsdorf trafen sich 12 Hundeführer und Ausbilder aus den verschiedensten Staffeln unterschiedlicher Organisationen. Manche kannten sich bereits von vorangegangenen Seminaren oder Prüfungen, andere lernten sich an diesem Wochenende näher kennen. Roland Glaser von der BAG-RHV war mit seiner Frau auch wieder angereist, um das gesamte Seminar mit seiner Videokamera festzuhalten.

Thomas begann das Seminar am Samstag Morgen mit einem theoretischen Beitrag über Konfliktverhalten. Er und seine Frau Ina erklärten uns die Ursachen, Früherkennung und den Angst-/Agressionsabbau anschaulich mit einer Bildschirmpräsentation. Wir lernten, dass es eine defensive und eine offensive Angst-/Agression gibt. Jede Frage wurde ausführlich von den Beiden beantwortet.

Nach einem leckeren Büffet in der Mittagspause ging es in den praktischen Teil. Es wurden ausgewählte Hunde vorgestellt, die das eine oder andere Problem zeigten. Da waren Hunde, die Konflikte mit unbekannten Objekten oder Personen hatten. Unter anderem war ein Hund dabei, der einen Konflikt mit der Beute hatte. Nach der Vorstellung wurde dann an dem Problem gearbeitet. Wir lernten, wie wir uns als Hundeführer oder Ausbilder zu verhalten haben, wenn wir mit solchen Hunden arbeiten. Es war gar nicht so einfach, den Hund im richtigen Moment zu loben, zu ignorieren oder einzuwirken. Eine Sekunde zu früh oder zu spät würden wir den Hund in der falschen Handlung bestätigen. Selbst die beruhigende Stimme kann für den Hund eine Bestätigung sein.

Was das alles heißt, konnte ich am eigenem Leib erfahren. Denn auch ich stellte Thomas meine Tabea vor. Sie ist, seit ich sie habe, zurückhaltend gegenüber fremden Leuten. Gerade in der Dämmerung macht sie sich ganz steif, wenn uns Menschen entgegenkommen. Dadurch, dass ich bislang nie ausprobiert habe, wie sie letztendlich reagieren würde, wollte ich die Meinung von Thomas Baumann und seiner Frau Ina hören. Wir stellte diese Situation nach. Zuvor besprachen wir die Übung und wie ich mich zu verhalten habe. Thomas zog sich einen Poncho über, setzte sich einen Schlapphut auf und humpelte uns mit einem Krückstock entgegen. Tabea wurde ganz steif und fing an zu bellen. Ich blieb ganz ruhig stehen. Als sie sich nach vorne wagte, lobte ich sie mit meiner Stimme. Die Neugier siegte, sie machte sich ganz lang um an diesem unbekannten Objekt zu schnuppern. Und siehe da: Es ist ganz lieb und hat sogar Leckerchen bei sich! Diese Übung wiederholten wir einige Male und Tabea wurde von Mal zu Mal lockerer.

Sonntag Morgen wurden sich dann die Videoaufnahmen von Ina angeschaut, die sie am vorigen Tag gemacht hatte. So konnte man eine genaue Analyse von jedem einzelnen Hund und Hundeführer (was auch sehr wichtig ist) machen. Von den Hunden vom Vortrag wurden einzelne ausgesucht, die wir uns noch mal näher anschauen wollten. Meine Tabea war nicht mehr dabei, denn sie hat eigentlich ein ganz normales Verhalten gezeigt.

Zum Schluss wurden sich noch einmal die letzten Aufnahmen angesehen und besprochen. Dabei wurde noch die eine oder andere Frage beantwortet. Gegen Mittag war das Seminar dann beendet.

Abschließend kann ich sagen, dass es wieder mal ein tolles und informatives Seminar in der "Baumann-Mühle" war. Martina und ich sind uns einig: Es lohnt sich immer, die weite Strecke nach Helbigsdorf zu fahren um an einem Seminar von Thomas Baumann teilzunehmen. Außerdem ist mir die ehrliche Meinung von seiner Frau Ina unsagbar wichtig.