30.05.-02.06.2013 Rescue-Camp München - Bericht Teil 1

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Rescue-Camp in München vom 30.05. bis 02.06.2013 - Bericht Teil 1

Es war einmal …. im letzten Jahr ….

… da trafen sich Mitglieder der Staffeln Johanniter-Unfall Hilfe e.V. Paderborn-Giessen-München, um als gemeinsames Team sich den Aufgaben und Herausforderungen des Rescue-Camp (einer 36 Stunden Katastrophenschutzübung für Rettungshundeteams nach den INSARAG-Guidelines der UN) zustellen. Das Resultat war der 8. Platz. Ein Team setzt sich aus einem Teamleader (ohne Hund) und 3 Hundeführern (mit Hund) zusammen.

Auch dieses Jahr hatte sich die Gruppe den Rescue-Camp-Termin wieder fest in den Kalender geschrieben. Doch es kam wie so oft anders als geplant!! 

 

Somit sagte der Teamleader des JUH Mixed Teams ab und stellte sich den Aufgaben des Orgateams in München! 

Jetzt wurde es interessant weil dem Team der Gruppenführer fehlte. Eine Alternative sollte ein Mitglied der Staffel aus Giessen sein. Auch hier kam nach kurzer Zeit eine Absage.

Beim unserem Paderborner Staffeltraining meinte Jürgen zu mir: „Mach du das doch!!!“ Ich, GERADE ICH!! Erst ein halbes Jahr in der Staffel, absolut kein Plan von nix! Keine Ausbildung oder Erfahrung an Einsätzen, noch nicht einmal den Hauch einer Ahnung vom Katastrophenschutz!! Und ich soll dann auch noch direkt den Gruppenführer stellen! Ok, man wächst mit seinen Aufgaben. Somit war das erste Problem gelöst. Die Vorbereitungen nahmen langsam Formen an.

4 Wochen vor dem Camp stand noch ein weiterer wichtiger Termin für uns aus Paderborn auf dem Deckel, die Trümmerprüfung für Jürgen mit Indira und die Flächenprüfung für Karin und Maja, in Giessen!

Am Rande bemerkt: ES HABEN BEIDE (4) DIE PRÜFUNG SUPER GEMEISTERT!!!

In Giessen kam Rico (ebenfalls Teammitglied fürs Rescuecamp) mit der nächsten mittelschweren Katastrophe um die Ecke! Er muss an dem Campwochenende eine Sonderschicht übernehmen und bekommt kein Frei!

Jetzt standen wir wieder da mit unserem Kurzen Hemd!

Aber immerhin bestand das Team jetzt nur aus Mitgliedern der Paderborner Staffel! Als erstes hatten wir Karin und Maja als Nachrücker im Kopf aber Karin konnte auch nicht!!

Jetzt war Guter Rat teuer! Jürgen setzte sich mit den Münchenern in Verbindung und schilderte unser Problem. Hier kam direkt der Hinweis auf eine Liste auf welcher sich Hundeführer eintragen konnten welche gerne teilnehmen wollen aber kein eigenes Team finden.

Wir bekamen hier Marias Nummer. Sie ist seit 5 Jahren mit ihrem Cappo bei dem DRK Lörrach aktiv.

Es wurde Telefoniert, gewhatsappt, gemailt, organisiert, besorgt, gekauft, geliehen und und und!

So wurde am Dienstag vor der Abfahrt noch mal EBEN fix unsere Unterkunft, für das Camp, vor den Fahrzeughallen unserer Einsatzzentrale (KG) in Paderborn aufgebaut. Ein SG40 Mannschaftszelt!

Alle Teile da? – Jau, also ab in den Bulli (Transe) es folgten unser eigenes Gepäck, Stromaggregat, Planen (als Boden und Abtrennung von Schlaf-, Ess-, Lager- und Wohnbereich im Zelt), Flyboxen (für die Hunde) Campingtisch und Bank, Kocher und Küchenkrams, Feldbetten, Schlafsäcke, Isomatten, Strahler für das Zelt und die Umgebung ums Zelt, lange Erdspieße um unser „Grundstück“ einzuzäunen, Mülleimer, Wasserkanister für Mensch und Hund, Verpflegung für alle, das Einsatzgepäck der Hundeführer, Abseilausrüstung für Mensch und Hund, 

OH MEIN GOTT ….. DIE TRANSE IST ZU KLEIN !!!!

Aber alles ist gut und passte rein.

Somit hieß es am Donnerstagmorgen um 5.30h treffen an der KG und spätestens um 6.00h abfahrt!

Während der Fahrt telefonierten wir mit Maria um unsere gemeinsame Ankunft abzustimmen. Wir kamen sehr gut durch und trudelten um kurz nach 11.00h in Allershausen beim RDC (Registrierung/Anmeldung) ein. Wir waren mit die ersten die vor Ort waren. Die alten Hasen (Melly und Jürgen) tingelten über den Parkplatz und begrüßten alte Bekannte. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre doch mit der Zeit wurde Jürgen leicht unentspannt. Maria stand kurz vor Allershausen im Stau!!! Es wurde bereits 13.30h und um 14.00h war Meldeschluss! Um 13.45h kam Maria endlich ein. Sie sprang fix in ihre Einsatzkleidung und dann ging es ab zum RDC!

Hier wurde die PSA (Persönliche Schutzausrüstung, Helm, Handschuhe, Sicherheitsstiefel S3), Ausweise, Haftpflichtversicherung vom Hund kontrolliert und der Hund selbst vom Tierarzt untersucht.

Alles Tutti und wieder zurück zum Auto! Entspannung!

Hätten wir im RDC bekannt gegeben, das Maria im Stau steht, hätte das RDC-Team einen Kradmelder rausgeschickt um sie mit Sonderrechten über die Standspur aus dem Stau zu holen! Coole Aktion!!

Um 14.00h im RDC Briefing der Teamleader

  • Startnummernauslosung – Wir bekamen die 13 !!!
  • Es wurden KFZ Aufkleber für die Einsatzfahrzeuge verteilt (Gratisparken an den Schadenstellen in München)
  • Stadt München hat der Orga die Genehmigung für das BoO (Base of Operation/Zeltlager) in der Bayernkaserne kurzfristig entzogen.
  • Neue Unterkunft -> alte KFZ Hallen der Bundeswehr (Wie sehr wir das noch zu schätzen bekamen sollte sich später noch herausstellen!!!
    - Zeltaufbau in den Hallen
    - Stromaggregate müssen außerhalb aufgestellt werden
    - 4 DIXI-CWs neben den Hallen
    Keine Duschen

Um 15.00h Briefing der Fahrzeugführer (Jürgen) im RDC

  • Hier wurden Blaue Fahnen für die Fahrzeuge ohne Blaulicht ausgeteilt, und die Fahrer über das Fahren in Kolonne unterwiesen.
    - Blaulicht an, Licht an, Geringer Abstand, Langsam fahren (ca. 50-60 km/h)
    Motorradstaffel sperrt Kreuzungen und Kreisverkehre ab und überholt dann die Kolonne um vorne wieder einzuscheren
    - Hat das erste KFZ der Kolonne eine rote Ampel müssen alle halten!
    - Hat das erste KFZ der Kolonne eine grüne Ampel müssen alle anderen dem ersten KFZ ohne Beachtung der Ampel folgen!

Danach startete um 16.00h startete die Kolonne und benötigte eine gute Stunde bis zur Bayernkaserne im Norden von München. Hier wurden dann in den Hallen unsere großen Mannschaftszelte aufgebaut und eigerichtet!

Trennung von Schlaf, Lager und Essbereich. Ganz nach INSARAG-Richtlinien!

Je mehr Ausrüstung in die Zelte geschleppt wurde desto lauter wurde die Summe der knatternden Stromaggregate.

Jetzt kamen auch immer mehr Hauptdarsteller auf den Bildschirm. Die Hunde!!

Die Orga hatte dann für 20.15h für alle Teilnehmer ein Briefing im OSOCC angesetzt

-        Begrüßung

-        Vortrag der INSARAG-Guidelines

Direkt im Anschluss folgte dann um 21.00h das Briefing für die Teamleader

-        Oberste Regel SICHERHEIT GEHT VOR ALLEM !!!

-        Unwetterwarnung von Donnerstag bis Sonntag

-        Sensibles Auftreten gegenüber der Asylbewerber in der Kaserne

  • Wir spielen Katastrophe, die erleben und leben eine Katastrophe

-        Alarmierung, innerhalb von 5 min muss der Teamleader den Laufzettel im OSOCC abholen, in der Zwischenzeit packt der Rest des Teams das Auto und wartet auf den Leader

-        Binnen 15 min nach der Alarmierung muss das Team ausgerückt sein

-        Jede Schadenstelle ist mit einem Sanitäter besetzt

-        Falls sich ein Hund verletzt ist die Tierklinik Ismaning informiert!

-        Tierarzt ist mit im Orgastab und permanent verfügbar

-        Es gilt PERMANENTE LEINENPFLICHT

Nach den Einweisungen, Hinweisen und und und, endete das Briefing und ich konnte um 22.00h endlich zurück ins Zelt zu meinem Team. Hier hatte die Orga alle Beteiligten zu einem  gemütlichen Auftakt eingeladen. Es gab gegrilltes also Würstchen, Steaks und vegetarischen Grillkäse! (wer’s mag!) Der tief gefrorene Kartoffelsalat fand nicht so wirklich Anklang in der Runde. Auch das anpreisen als Kartoffel-Sorbet half nicht wirklich! Nach dem Essen teilte ich dem Team noch alle Informationen des Briefings mit. 

Plötzlich ging das Zelt auf und innerhalb von 10 min. hatte es sich das gesamte Orgateam in unserem Zelt gemütlich gemacht und holte Luft nach dem stressigen Auftakt. Ich war baff, aber Jürgen und Melly  klärten mich auf. Die sind alle mit im Auslandskader der JUH. Man kennt sich halt!

Um 23.45h ging ein langer Tag zu Ende und wir rollten uns in unsere Schlafsäcke!!

Teil 2 wird bald folgen Zwinkernd