Rescuecamp in Lemwerder vom 09.07. bis 12.07.2015

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Rescuecamp in Lemwerder vom 09.07. bis  12.07.2015

Das Rescue Camp ist eine mehrtägige Katastrophenschutzübung für Rettungshundeführer. Das Ziel ist Rettungshundeteams verschiedener Organisationen zusammenzubringen, gemeinsam zu arbeiten und so auf internationale Einsätze vorbereitet zu sein.

 Am Donnerstag in der früh um 5:30 war es soweit:

Das Abenteuer Rescue Camp 2015, organisiert von der Feuerwehr Lemwerder, begann. Endlich saßen wir in der bis unter das Dach vollgepackten Ford Transit, unsere "Transe".

Karin mit Ihrer Hündin Maja, Mareike mit Ihrer Hündin Navit und Gabi unsere Teamleiterin. Auf zum ersten Zielpunkt: 32U MD 68566 84539 ­ Das RDC (Reception Departure Centre). Dort sollten wir auch Alex von der JUH aus Strahlsund mit Ihrer Hündin Chica und Steffen aus Barnim unseren Maschinisten treffen. Nun war unser Team komplett.

Nachdem Gabi die Formalitäten geklärt hatte, ging es zum tierärztlichen Check. Alle Hunde wurden für gesund und einsatzfähig erklärt und somit wurden wir in Kolonne zum BoO (Basis Lager) geleitet. Bei Windstärke 7-9 und Regen errichteten wir unser Lager. Das war schon ganz schön anstrengend!! Den restlichen Donnerstag ging es ruhig zu. Ein Vortrag im Feuerwehrhaus und abends gemütliches Bratwurstessen. Jedem Teilnehmer stand eine Wurst zu. Man riet uns früh ins Bett zu gehen und jede Minute zum Schlafen zu nutzen: „Es wird anstrengend Leute!!!!!!"

 

 

Am Freitag um 12:00 war Gruppenleiterbesprechung im OSOCC (On Site Operations Coordination Centre). Die 36 stündige Katastrophenschutzübung hatte begonnen.

Großes Erdbeben in und um Bremen. Ab da saßen wir auf heißen Kohlen …..

           

 

            1. Alarmierung(15:30)

Aufgabe: Es musste innerhalb von Schiffscontainern nach Verschütteten gesucht werden.

Ein Hundeführer mit Hund und ein Helfer wurden beauftragt 4 Container hoch zu klettern, um sich auf der anderen Seite aktiv zur Schadensstelle abzuseilen und dort in die Suche zu gehen. Nachdem wir diese Herausforderung so gut wir konnten -und wir haben wirklich alles gegeben!!-gemeistert hatten, ging es zurück zum BoO. Kaum dort angekommen:

             2. Alarmierung

Also wieder los!!!

Aufgabe: Vanessa suchen

Eine Feier wurde durch das Beben überrascht und eine 17 -jährige seitdem vermisst. Das Weserufer sowie eine Betonfläche, wo sich unter anderem viel Schutt, Bretter, große alte Schiffsteile und ein Bootswrack befanden, mussten abgesucht werden. Nach fünf Minuten hatten wir sie gefunden. Vanessa saß etwas verängstigt im alten Bootswrack. Nun hieß es sie mit einem Spineboard aus dem Boot zu bergen, 1. Hilfe zu leisten und sie an den zuständigen Arzt zu übergeben. Gegen 22:00 waren wir wieder im BoO. Schnell die Hunde versorgen, selber etwas essen und ab ins Bett. Wer weiß wie lange wir Ruhe bekommen würden… Man ließ uns doch tatsächlich bis Samstag um halb vier in der Früh schlafen.

              3. Alarmierung

Ein Paintballplatz musste von uns gefunden werden. Gar nicht so einfach ohne Adresse und Koordinaten … Als wir endlich ankamen wurde es schon hell. Hier gab es viel hohes Gras, ein stehendes Haus und ein teilweise eingestürztes Gebäude. Jeder bekam sein Gebiet und los!!! Nach 23 Minuten ohne Fund kam der Befehl zu Evakuieren. Also alle Mann raus da, Gebiet nicht freigegeben und Schadensstelle beendet. Auf zum BoO in der Hoffnung auf einen Kaffee. Klappte sogar!! Aber dann ging es auch schon wieder los:

              4. Alarmierung

Wildeshausen: Hier erwarteten uns 3 total zusammengebrochene Gebäude und ein noch intaktes Gebäude in dem nur noch der Keller abgesucht werden musste. Für diese Schadensstelle bekamen wir 45 Minuten Zeit.Die Suche begann. Nach 20 Minuten gaben wir die 3 Trümmerkegel frei nach 4 sicheren Anzeigen durch die Hunde. Zum Schluß begab sich noch ein Team in den Keller. Am Ende Lob an Mensch und Hund durch die Bewerter und wir dachten doch glatt JETZT erst einmal zurück zum BoO.

               5. Alarmierung

Aber wir wurden zu unserem Entsetzen direkt zur nächsten Schadensstelle geschickt, welche sich keine 100 Meter weiter befand. Eine Kombination aus Fläche und einer recht anspruchsvollen Trümmerlandschaft erwartete uns. Auch hier bekamen wir 45 Minuten Zeit. Unserer Zusammenarbeit klappte super!! 3 sichere Anzeigen durch die Hunde, wir waren stolz auf uns und hatten viel Spaß hier. Inzwischen war es 10:00 am Samstagmorgen. Zurück zum BoO: Hunde versorgen, Essen was ging. Ein bisschen Pause gönnte man uns. Als wir das nächste Mal alarmiert wurden kam fast ein bisschen Urlaubsfeeling auf.

               6. Alarmierung

Es war Samstagmittag um 12:00 herum. Das DLRG brachte uns mit einem Motorboot quer über die Weser ein Stück näher an unsere 6. Schadensstelle heran. Als wir dieses rasant schnelle Boot verließen mussten wir noch etwa 2 Kilometer laufen bis wir zu einer Kiesgrube kamen. Die Sonne knallte, kein Schatten in Sicht. Wir mussten darauf achten die Hunde geschickt einzusetzen, um sie in der prallen Sonne nicht zu überfordern. Dem Einsatz in der Kiesgrube folgte nach kurzer Pause der 6 Kilometer lange Orientierungsmarsch und gleich im Anschluss das Absuchen einer 90.000 qm² großen Waldfläche, welche sehr Brennnessel- und Dornenreich bewachsen war. Die Kräfte ließen langsam  bei Mensch und Hund nach, aber wir kämpften und hielten durch!!! Gegen 21:30  waren wir zurück am BoO. 22:00 Zeltkontrolle: alles tutti!!!! Es machte sich die Frage breit: War es das jetzt? Müssen wir noch einmal los und all unsere letzten Kräfte mobilisieren? Es blieb zum Glück ruhig!! Trotzdem: die Übung war noch nicht offiziell beendet worden …. Um 1:45 meldete sich der OSOCC, um die 36 stündige tolle und aufregende Zeit offiziell zu beenden.

 PUH!!!!!

Wir sind stolz auf unseren 8. Platz und sind uns einig: Nächstes Jahr wieder!!!!