Verabschiedung Bettina

Verabschiedung Betty

Am 21.07.2015 haben wir unser langjähriges Staffelmitglied, Bettina Kamp, in gemütlichem Beisammensein als aktives Mitglied unserer Staffel verabschiedet. Viele Jahre stand sie uns mit Rat und Tat zur Seite und wird auch weiterhin als passives Staffelmitglied nicht ganz aus unseren Reihen verschwinden.

 

 

 Bettina….genannt unsere Betty
Unsere Betty lernte ich bei einer Staffelvorführung 2001 kennen. Zu der Zeit war ihr hundischer Begleiter der Tervürenrüde Rocky.  Sie gehörte zu den Wenigen, welche wir bei solchen Gelegenheiten kennenlernen durften, die später dann einen langen Werdegang in der Staffel haben sollten. Betty war von Anfang an anspruchsvoll, da sie bereits viel Vorerfahrung in der Hundeerziehung mitbrachte und daher schnell wusste, was sie wollte und eben nicht wollte. :-D
So zeichnete sich eben stetig ihr Werdegang aus. Von einer einfachen Hundeführerin, später durch ihr Engagement ca. 2004 zur Ausbilderin der Staffelteams. Betty besuchte mit mir dabei etliche Seminare, auf denen wir uns fortbildeten in der Ausbildung der Hunde. Mit ihrem Rocky konnte sie viel lernen. Er schaffte nach einiger Zeit die erste Flächenprüfung. Die letztendliche Einsatzfähigkeit schaffte Betty mit ihm nicht mehr, da Rocky bereits älter war und gesundheitliche Probleme hatte. So blieb er ihr ständiger Begleiter und Lehrmeister, auch für ihre nachfolgenden Hunde.
Zwischendurch wechselte Betty mal ihre Position in der Staffel und widmete sich der Staffelleitung. Nach zwei Jahren gab sie den Posten wieder ab, da für sie der Weg klar war und der hieß: Ausbildung der Teams und das mit Leib und Seele. Nachdem sie Rocky aus der aktiven Arbeit rausgenommen hatte, bekam Tabea, der ersten Herder, ihre Chance ein Rettungshund zu werden. Von ihrem geliebten Tervüren Rocky musste sie sich 2007 verabschieden. Mit Tabbi startete sie dann richtig durch. Machte erfolgreich mehrmals die Flächeneinsatzprüfung mit "Tab Tab" , wie wir sie dann nannten und wollte mit ihr auch den ersten "Trümmerhund“ ausbilden. Auch von Tabea lernte Betty wieder viel Neues, die ihr auch gerne die Grenzen aufzeigte. Unvergessen der erste Realeinsatz, wo Betty uns allen über den Funk ihr allzu menschliches Bedürfnis mitteilte. Und in so einem Realeinsatz können das sehr viele Ohren sein, die da mithören….:-D
Oder der Einsatz wo sie sich mit Tabbi in die Höhle des Löwen wagte, welches ein eingezäumtes Gebiet war, wo sich der Schrecken aller Rettungshundeteams, Schwarzwild, drin tummelte. Nunja, sowas Verrücktes hat sie dann doch nicht mehr gemacht!  Einsatzübung, Schlammschlacht. Erinnerst du dich Betty? Unsere Hunde bis zum Bauch und wir bis über die Knöchel im Schlamm versunken. DAS waren doch immer die besten Sachen! Unzählige Male hat sie sich mit der Staffel die Nächte im Trümmerübungscenter Münster um die Ohren gehauen. Ob Schweiz, Gießen, Schwarzwald, Weil am Rhein, Betty war bis auf wenige Ausnahmen immer dabei!
Unvergessen die gemeinsamen Fahrten zu Prüfungen. So am Rande gesagt hatten Betty und ich immer bei solchen gemeinsamen Fahrten irgendwelche Sachen nebenbei zutun. Bei einer Fahrt waren wir unmittelbar Zeugen eines Unfalls auf der Autobahn geworden: Einsatzjacken an, 1. Hilfe geleistet. Eine Stunde lang mussten wir uns alleine auf der stark befahrenen Autobahn behelfen bis endlich die Polizei eintraf. Warum hatten sie sich so viel Zeit gelassen? Sie hatten ein paar km vorher bei einem schwersten Unfall zutun und bei uns war doch alles bestens organisiert. Ja neeee, ist schon klar, das wussten sie auch vorher. Betty und ich zweifelten später daran, ob es sinnig ist weiterhin gemeinsam irgendwo hinzufahren! Bei der Trefferquote!
Aber Betty war bei Prüfungen eigentlich immer anwesend! Egal ob sie selbst gelaufen ist mit ihren Hunden, was oft der Fall war oder auch "nur" als Begleitung und Fahrerin für die anderen Teams. Einfach nur die Teamkollegin, die zur Seite stand oder auch als kritische Begutachterin ihrer Arbeit. Wollte sie doch auch IHR Ausbildungsergebnis im Endeffekt sehen. Zu verbessern gab es immer etwas und das Haar in der Suppe fand sie auch immer. Betty´s Lieblingskind, die Unterordnung. Naaa, da war sie manchmal sooo nervig.
Auch das war Staffel mit Betty….an dem Tag, als ich Bettina in einem schlimmen Alptraum begleitet habe. Von einer Minute zur Anderen musste Betty die schlimme Entscheidung treffen, ihreTabbi beim Tierarzt einschlafen zu lassen. Nach plötzlich kurzem, schweren Krankheitsverlauf musste sich Betty 2008 von ihrem geliebten Einsatzhund im Alter von nur 6 Jahren trennen. Tabea war unheilbar schwer erkrankt. Mit Betty stand die ganze Staffel unter Schock!
Noch zu Lebzeiten von Tab folgte die X Herder Dame Feivel. Mit diesem Hund verwirklichte sie sich dann ihren persönlichen Traum der Einsatzbereitschaft Fläche und Trümmer, sog. TrüFl ….Inzwischen hatte sie ein Studium zur Hundetrainerin über die Jahre absolviert und hat so die Staffel immer mit ihrem Wissen aus ihrer Ausbildung diesbezüglich teilhaben lassen.  
Betty ist immer schon speziell gewesen. Einfach? Nö! So hatte sie in der Regel auch nie einfache Hunde. Nach Feivel kam Raja, ein Abkömmling des Diensthundrüden Eddy von ihrem ehemaligen Partner. Von ihm hatte Raja nicht nur den mächtigen Körperbau geerbt, sondern auch seinen Kopf. Und der war nicht ohne. So hatte Betty,…sie schreit ja immer danach, ihre nächste Herausforderung!  Raja !! Die Motzbiene!! Nach ihr hat sie später dann auch ihre Hundeschule benannt.  Einfach….Motzbiene …
Raja fordert ihren Zoll von Betty, weit über die Rettungshundegrenze hinaus. Leider stellten sich bei Raja schnell gesundheitliche Probleme raus, welche sie immer instabil als angehenden Rettungshund hielten. So entschied sich Bettina schweren Herzens Raja als Begleiterin und  Lehrmeisterin neben sich zu haben. Und wie so oft kommen manche unschönen Dinge alle auf einmal. Zu einer persönlichen Krise gesellte sich bei ihrem Einsatzhund Feivel ein Kreuzbandriss, dessen schlecht verheilender Verlauf sie zwang Feivel´chen in Rente zu schicken. Nun wird mancher sagen. Warum hört man dann auf? Sie hatte doch die Ausbildung. Hat man keinen Hund mehr den man aktiv in der Arbeit arbeiten kann, ist man nur noch ein halber Rettungshundler. Da fehlt etwas. Die eigenen Hunde möchten noch beschäftigt werden, sind aber nicht mehr so ausgelastet wie ein aktives Team. Dies war einer der Gründe wes wegen erst einmal die aktive Arbeit aufgeben werden musste. Feivel ist jetzt 9 Jahre alt und darf sich nun mit Frauchen als "Couchpotatoe" entfalten.
Betty, du hast für die Staffel enorme Arbeit geleistet, auch oft über deine persönlichen Grenzen hinaus. Du bist ein äußerst liebenswerter Mensch mit sämtlichen Ecken und Kanten, die wir wohl alle haben. Du warst in der Arbeit kompromissbereit, hast aber das Ziel immer fest im Blick gehabt. Glaubst immer an das Gute im Menschen. Hast uns oft getriezt und auch so manchen Nerv gekostet.  ;-)
Nun beginnt für dich und die Staffel ein neuer Abschnitt. Wir wünschen dir, dass du aus deinem passiven Staffeldasein auch etwas Positives ziehen kannst. Eigentlich geht keiner davon aus, dass man dich nie wieder im aktiven Dienst sehen wird, aber man weiß vorher nie, wo es mal hingeht.
Für dein unermüdliches Bemühen für die Staffel sagen alle:
HERZLICHEN DANK !!