25.10.2010: Erster Einsatz eines Greenhorns

Erlebnisbericht: Erster Einsatz eines Greenhorns

Am 26. Juni 2010 habe ich mit meinem Hund Socke am Rettungshunde-Casting teilgenommen. Zu unserer großen Freude wurden wir zum Probetraining aufgenommen, und haben die vierwöchige Testphase bestanden. Wir sind zwar noch in der Probezeit, aber im Ernstfall schon einsatzbereit, zumindest ich als Person, dann aber als Helfer ohne Hund (HOH).

Passender hätte das Datum für meinen ersten Einsatz als HOH dann gar nicht sein können. Es war tatsächlich ein Freitag der 13., als ca. gegen 18.15 Uhr mein Handy klingelte. Jürgen Finke, der Staffelleiter meldete sich, und im nächsten Moment gab es einen Kurzschluss in meinen Synapsen. Nach einem kurzen Schreckmoment war aber klar, ich fahre mit. Dafür fährt man doch zum Training, deshalb will man doch im Team sein. Etwas konfus schmiss ich einige notwendige Sachen in eine Tasche, und los ging es zur Kreis-Geschäftsstelle (KG) der Johanniter. Auf dem Weg dorthin hatte ich genug Zeit, mich ein wenig zu beruhigen. Als dann Melly, Betty, Karin, Jürgen, Elke und Moni eingetroffen waren, beluden wir die beiden Bullys mit dem benötigten Equipment, die Hunde kamen in die Boxen, ich bekam noch schnell meine Einsatzkleidung, das Navi wurde programmiert und los ging es nach Barntrup. Karin fuhr den störrischen T3, es fing unterwegs an zu regnen, und meine nervöse Aufregung wich langsam einer freudigen Erregung. Wir sind unterwegs, um einen Menschen zu retten!

In Barntrup angekommen, lernten wir die 1. Tugend einer Rettungshundestaffel: WARTEN. Warten auf Informationen über die zu suchende Person, welches Einsatzgebiet man zugeteilt bekommt usw.

Dann endlich war es so weit, zusammen mit der Rettungshundestaffel OWL ging es zu einem einige Kilometer entferntes Waldgebiet. Die Anfahrt zum Suchgebiet gestaltete sich etwas zäh, aber schließlich kamen wir in dem von der Einsatzleitung zugewiesenem Waldstück an. Inzwischen setzte die Dämmerung ein, dafür blieb der Regen beharrlich bei uns. Unsere Staffel hatte sich bereits während der Wartezeit in Suchteams eingeteilt, ich war bei Jürgen im Team. Obwohl ich so gar nicht wusste, was meine genauen Aufgaben sind, war ich doch begierig, das es endlich los ging. Kurze Lagebesprechung am Bully von Holger, die Gebiete wurden aufgeteilt, Kartenmaterial an die Hundeführer ausgegeben – und dann kam ein Anruf: die vermisste Person wurde lebend gefunden. Da steht man jetzt mit seinem Adrenalin im Blut, von 100 auf 0 in ein paar Sekunden. Das einzige, was dagegen hilft ist der Gedanke: der Mensch, den du finden wolltest, ist gerettet worden, egal von wem. Wir haben dann trotzdem noch die Hunde aus den Boxen geholt, und mit ihnen eine kurze Fremdopfersuche im Wald durchgeführt.

Anschließend ging es zurück zur Sammelstelle, dort gab es neben weiteren Informationen über den Zustand der vermissten Person eine heiße Mahlzeit aus der Gulaschkanone der ortsansässigen Feuerwehr, und dann machten wir uns in gelöster Stimmung auf den Heimweg. An der KG wurde das Equipment wieder ausgepackt, es gab noch eine kurze Abschlussrunde, und dann ging es für alle nach Hause.

Auch wenn es für mich nur eine halbe Suche war, war es beeindruckend zu sehen, wie alles organisiert wird, und so werden mich beim nächsten Anruf meine Synapsen bestimmt nicht mehr im Stich lassen.