15.-18.04.2010: Einsatzübung Ljubijana (Slowenien)

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Einsatzübung der BAG in Ljubljana (Slwenien) im April 2010

Im Namen des Auslandskaders K9 SAR der Johanniter bin ich, als eins von zwei weiteren Teammitgliedern mit meiner Deutschen Schäferhündin Betty, zur 12. Einsatzübung nach Ljubljana gereist. Dort sollten Erfahrungen für den Einsatzfall, mit unterschiedlichen Kriterien gemacht werden. Wie z.B. Teambildung, Ausrüstung, usw.

Nachfolgen der Bericht zur Einsatzübung, hier ausnahmsweise mal im Stil eines Ablaufprotokolls, um den genauen Ablauf besser darstellen zu können.

 

15.April

17:00 Abfahrt in Paderborn nach Kaufbeuren
22:30 Ankunft bei Familie Adam zur Zwischenübernachtung

16. April

09:00 Abfahrt in Kaufbeuren mit Gregor Adam / Hd und Cira. als Gruppenleiter und als Ersatz, Claudia Adam /Hd Spike
10:30 Abfahrt in Icking, Zustieg von Alex v.Gneisenau (Beobachter) und Bea v. Gneisenau / Hd Kiwi als drittes Teammitglied
16:30 Ankunft am Kat.-schutzzentrum Ig (12 km südlich von Ljubljana), Registrierung im Reception Center
17:00 Tierärztliche Untersuchung (Impfpasskontrolle)
18:30 Besprechung der Gruppenführer und Beobachter mit folgendem Inhalt: Die 15 Teams werden in zwei Base of Operation (BoO) ihre Zelte aufschlagen, es gibt keine Zeitinformationen, ab 21:30 Uhr besteht Einsatzbereitschaft, 30 Minuten vor dem Start des einzelnen Teams wird dieses vom Lagerleiter geweckt. Zum Transport steht ein Shuttle das für die Dauer der Übung beim Suchteam bleibt.

Keine Information wie viele Sucheinsätze es geben wird, jedoch ist für jeden Einsatz ein Zeitlimit von 30 Minuten Suchzeit vorgegeben. Für evtl. Abseilen muss die eigene Ausrüstung verwendet werden, geprüfte Seile sind vorhanden und ein Bergwachtler kontrolliert diese Aktion und schreitet ein, wenn Gefahr in Verzug ist. Erste Hilfe Ausrüstung wird gestellt, dort wo benötigt, Figuranten haben einen Zettel bei sich, der mit einer Skizze oder einem Foto die Verletzung zeigt, welche dann behandelt werden muss.

Es gibt keine Information über die gesamte Zahl oder pro Challenge an vermissten Personen, weder vorher noch danach. Erst bei der Abschlussbesprechung am 18.04.2010 10:00 Uhr wird die Vermisstenzahl bekannt gegeben. 70% der vermissten Personen müssen gefunden werden, damit die Übung als "bestanden" gewertet wird. Improvisieren, Finden, Retten, Teamarbeit/ -geist ist gefordert.

Verletzt sich ein HF oder Hd, muss die Gruppe ohne diese weiter machen, ein Einspielen eines Ersatzteams ist während der Übung somit nicht erlaubt.

19:45 Ankunft im BoO1, Zelt aufgeschlagen und Einsatzbereitschaft hergestellt.
21:00 Einsatzteam bereit!

17. April

05:45 Wecken
06:15 Abfahrt zur ersten Challenge
07:00 Trümmersuche in einem ehemaligen Betonteilewerk (1) mit Freifläche mit viel Gestrüpp, Holzbaracken, Schuttberge von Betonteilen, Schuttberge von Holzelementen, drei großen Fertigungshallen (ca. 100 m lang) und mehreren Gerätschaften dazwischen. Gesamtfläche ca. 200x250m. Überall lag extrem viel Müll, von vergammelten Esssensresten bis Fäkalien, was sich jedoch im 3. Szenario noch deutlich steigerte. Die Straße welches das Gebiet in 1/4 und 3/4 Breite teilte, durfte nicht verlassen werden. Gesuchte Zeit 14 Minuten, 2 Versteckpersonen gefunden.
08:30 Nach 15 Minuten Fahrzeit, Ankunft in einem Dorf, leer stehendes ehemaliges Bordell (2), Zutritt zur Treppe im EG war zulässig, die 1.Etage und 2.Etage musste abgesucht werden, ohne dass ein Hundeführer sich dort hin begeben durfte. Das Treppenhaus war verspiegelt und komplett abgedunkelt, ebenso wie der Großteil der 1.Etage. Die 2.Etage war lichtdurchflutet. Beide Etagen waren mit unzähligen Zimmern, Schränken und Nischen versehen. Suchzeit 30 Minuten ausgeschöpft und 2 Versteckpersonen gefunden.
10:00 20 Minuten Fahrzeit ins Zentrum von Ljubljana und 20 Min. Vorbereitung zur nächsten Aufgabe: Bodenplatte EG Größe 50x60m mit Kellerräumen darunter, Abseilen durch ein 1m² großes Loch mit Hund in einen Raum 6x8m, von diesem mussten die Hunde durch zwei Türöffnungen das komplette Untergeschoß absuchen. Die HF durften den Raum nicht verlassen. Problematisch war der Unrat der sich z.T. zimmerhoch am Rand auftürmte und dass um das komplette Areal Kellerfensteröffnungen waren, durch die Neugierige herein blickten. Die Geruchspartikel der Zuschauer zogen in das Untergeschoß und erschwerten die Suche erheblich. Eine Person gefunden, welche auch für den Hund nicht zugänglich war und zwei Fehlanzeigen von zwei Hunden an der exakt gleichen Stelle. Arbeitszeit incl. Abseilen aller drei HF/HD 43 Minuten. Treffen mit dem deutschen Botschafter Mathias von Kummer und seiner Frau, welche uns dann zu einer kurzen Pause ins BoO1 begleiteten.
11:30 Pause im Camp (BoO1) und Gespräche/Fotos mit dem deutschen Botschafter aus Slowenien.
12:45 Abfahrt zur 4. Challenge, 15 Min. Fahrt, 20 Wartezeit bis die Daten und die Karte für den Orientierungsmarsch ausgehändigt wurden. Ca. 4 Km Marsch in der Mittagszeit und 150 Höhenmetern, gefolgt von einer Flächensuche auf einer Hügelkuppe. On Top eine Kapelle um die herum sich die HF bewegen durften. 80m bergab im Vollkreis war das Suchgebiet, wobei stellenweise dichtes Gestrüpp oder eine Etagenanordnung die Sicht auf den HD nach 20-30m unmöglich machte. Die hier angekündigten 2 Vermissten waren nach 15 Minuten gefunden.
15:10 Ankunft im BoO1, Pause mit eingehender Versorgung der Hunde und kurzer Ruhephase
16:45 Abfahrt zum Einsatzgebiet Nr. 5, Fahrzeit 20 Minuten, Ausrüstung für Flächeneinsatz vorbereitet.
17:30 Suche begonnen in einem Waldgebiet mit mehreren Bauruinen und rückwärtiger Autobahn, der begrenzende Zaun dazu war nicht überall hundesicher geschlossen. Ein rechteckiges Hanggebiet (80x160m) durfte frei begangen werden und ein angrenzender Tobel (Länge ca. 150m) mit Böschung 40m Breite linker Hand und 60m Breite rechter Hand durfte nur auf dem mittigen Trampelpfad begangen werden. In dem gesamten Suchgebiet waren ständig wechselnde Windrichtungen, Suchzeit 30 Minuten. Eine Versteckperson gefunden, welche erstversorgt werden musste mit dargestelltem Handgelenk Fraktur. Am Ende dieser Aufgabe zeigten sich erste deutliche Leistungseinbrüche bei HF + HD.
18:25 Ankunft im Kat.schutzzentrum in IG, zur Trümmersuche.
18:40 Beginn mit der Suche, 5 zerstörte Gebäude, zwei rauchende PKW´s sperrten den mittigen Zugang für die Hunde, die HF durften nur von zwei Seiten des Randes aus die HD schicken. Nach 4 Minuten waren zwei Versteckpersonen gefunden, die Suchzeit von 30 Minuten wurde trotzdem ausgenutzt. Hier suchten die Hunde –trotz der geringen Pause- überraschender Weise wieder sehr motiviert und freudig das Trümmerfeld ab. 19:40 Ankunft am letzten Einsatzgebiet, kurze Vorbereitung.
20:15 Beginn der Suche in einem aktiven Sägewerk, Länge 200m, Breite 150m mit Produktionsanlagen, Fahrzeuge, mehreren 50m langen Hallen, Bergen von gehäckseltem Holz und Wurzelstöcken, ein ca. 5m hoher Haufen von Holz aus Gebäudeabrissen mit 1,5m hohem Reisig on Top. Die Hallen waren teilweise geöffnet, durften aber auch hier vom Hundeführer nicht betreten werden. 30 Minuten Suchzeit, keine Person gefunden.
21:05 Ankunft im Camp, Hunde versorgt, Verladen der Ausrüstung, Abendessen.
23:05 Bettruhe

18. April

07:00 Aufstehen, es regnet, Ausrüstung zusammen packen, Zelt abbauen, Fahrzeug beladen.
08:15 Abfahrt ins BoO2, wo die Abschlußbesprechung statt findet.
09:30 Gespräche mit anderen Teams und Beobachtern,
Abschlußbesprechung, warme Gulaschsuppe gegessen.
11:00 Abfahrt in Ljubljana
15:30 Alex und Bea v.Gneisenau zu Hause abgesetzt
17:00 Ankunft in Kaufbeuren
21:45 Ankunft zu Hause in Paderborn

Alles in allem ein sehr anstrengendes Wochenende, allerdings auch sehr Erfahrungsreich. So konnten doch einige Verbesserungsvorschläge mitgenommen werden, die wir in unser Training mit einbeziehen.

Trotz aller Anstrengung war es ein sehr schönes Wochenende, und ich würde mich freuen im nächsten Jahr wieder dabei sein zu dürfen.

Ich hoffe einen kleinen Einblick in unsere doch verantwortungsvolle ehrenamtliche Tätigkeit gewähren zu können.